Hohenheimer Einfachbeute, Zander und andere, beliebige Rähmchen- bzw. Beutenmaße
Dieser Bauplan ist in den Anfängen meiner Imkerei entstanden und basiert auf den Plänen der Hohenheimer Einfachbeute. Er ist mit der freien (und kostenlosen) Software FreeCAD konstruiert.
Da ich keinen Zugang zu nennenswertem Holzwerkzeug habe ist der Plan darauf ausgelegt, mit minimalem Werkzeug hochqualitative Bienenbeuten bauen zu können (Akkuschrauber, Säge f. Holzbretter, Hammer, Cuttermesser, Lineal, Schleifpapier) - Es ist problemlos möglich z.B. ohne Kreissäge die Beute zu bauen!
Zwecks konstruktivem Holzschutz ist es sinnvoll, die Leisten unter den Griffen etwas abzuschrägen, beispielsweise mit einem Bandschleifer und die Griffe selbst ebenfalls etwas anzuschrägen.
Ich habe außerdem eine Fräse verwendet, um die Sperrholzplatten im Deckel und in der Futtertasse zu montieren, prinzipiell lassen sich die Platten aber auch einfach antackern/nageln.
Das Holz lasse ich im Baumarkt zuschneiden, beispielsweise gibt es im Bauhaus kostenlosen Zuschnitt. Daher verwende ich die dort erhältlichen 18mm Leimholz-Platten (Der Originalbauplan ist für 20mm-Platten).
Beim warmen Klima in Wien ist dies kein Problem, wie sich das in anderen Landesteilen verhält weiß ich nicht.
Hinweis: Beim Bauhaus in Wien (und vermutlich den meisten anderen Baumärkten) werden keine Leisten schmäler als 5cm zugeschnitten. Dies ist in den ursprünglichen Konstruktionszeichnungen von Pia Aumeier/der Uni Hohenheim nicht berücksichtigt, meine aktuelle Version nimmt darauf jedoch Rücksicht.
In der neuen Konstruktionszeichnung gibt es in FreeCAD eine Tabelle, in der die Maße der Rähmchen, deren Anzahl pro Zarge sowie die Holzdicke eingetragen werden können. Wie genau steht weiter unten erklärt.
- Konstruktionszeichnung in FreeCAD, einfach modifizierbar für beliebige Beutensysteme: DOWNLOAD
- Alt: Konstruktionszeichnung in FreeCAD: DOWNLOAD
- Alt: Konstruktionszeichnung in FreeCAD f. Bauhaus: DOWNLOAD
DOWNLOAD des Schnittplans (Nur für die alten Pläne - Zander, 10 Rähmchen/Zarge, 18mm Holzstärke): [Achtung: Im PDF der Standard-Bauweise sind auch die Platten fürs Dach usw. eingezeichnet, diese fehlen im Bild]
Für 2000*400*18mm Platten. Der Schnittplan ergibt einen (hohen) Boden, vier Zargen, eine Futterzarge und ein Dach.
Wichtig ist laut der Anleitung des Imkerverein Gaggenau "die Verleimart, die nach EN 204 die Klasse D3 oder D4 haben sollte."
Aus dem anfallenden Restholz können noch Gegenstände wie etwa ein Anflugbrett, ... hergestellt werden (oder das Restholz mehrerer Beuten für einen zusätzlichen Boden aufgespart werden)
Die Seitenteile des Daches wurden als ein einzelnes Teil zusammen eingezeichnet, die Konstruktion der schrägen Linie war mir hier zu aufwändig.
Interaktive Ansicht im Browser (WebGL)!:
- Neu: Ganze Beute
- Neu: Boden
- Neu: Zarge
- Neu: Futterzarge
- Neu: Deckel
- Weitere Ansichten folgen!
Erstellen des Bauplans
Bei der neuen herunterladbaren FreeCAD-Datei gibt es eine Tabelle, in der die Holzdicke, Anzahl und Maße der Rähmchen (siehe Skizze ) eingetragen werden können - Die Konstruktionszeichnung passt sich dann automatisch diesen Werten an. So kommt man ganz einfach zu einer Beute für das eigene Rähmchenmaß und verfügbare Holz.
In der Spalte auf der linken Seite lassen sich die Dimensionen der einzelnen Bauteile ablesen. Bauteile lassen sich entweder in der Ansicht rechts auswählen oder in der Teile-Auflistung in der linken Spalte. Für manche komplizierteren Bauteile funktioniert das nicht, in diesen Fällen lassen sich die Dimensionen aber anhand der Bauteile rundherum leicht herausfinden. Achtung: Die Holzmaserung sollte immer längs der Bauteile gehen, niemals quer - egal wie diese im Bauplan angeordnet sind.

Zusammenbauen
Einkauf der Holzbauteile: In Baumärkten gibt es häufig die Möglichkeit, sich Holz(platten) nach Plan zuschneiden zu lassen.
Dadurch erhält man praktisch einen Bausatz für Beuten, nur viel günstiger. Je nach Holzqualität und Baumarkt gibt es große Preisunterschiede.
Ich habe im Mai 2018 8,49€ für eine Platte 2000*400*18mm (Naturwuchs) im Bauhaus bezahlt (2025 kosten die Platten bereits fast 20€). Bei Obi waren diese wesentlich teurer.
Allgemeiner Hinweis bezüglich verschrauben:
Die Löcher für die Schrauben sollten vorgebohrt werden. Ich habe dafür einen Bohrer verwendet, der etwas dünner als der Stab der Schraube (ohne Gewinde) ist.
Für die Schraubenköpfe sollte das Holz angesenkt werden, damit sie nachher nicht herausstehen. Das kann mit einem gewöhnlichen Bohrer (Durchmesser so groß wie Schraubenkopf), mit Ansenkern oder mit Ansenkern, die direkt am Bohrer montiert sind (Siehe Bild unten), geschehen.
Boden

Untere Bauteilgruppe
Ich habe zuerst die beiden hinteren Füße (in der Zeichnung gelb) zusammengeleimt, danach die äußeren beiden Bretter (dunkelblau) auf den vorderen Fuß geleimt und das hellgraue Brett dazwischen; danach die beiden Teile (wie im Bild gezeigt) zusammen. Dabei ist es ganz hilfreich, ein Stück Verschnittholz unter die beiden dunkelblauen Bretter zu legen.
Wenn das hintere Brett einen Putzkeil bekommen soll, dann ist es nicht notwendig die Platte mit Loch zuschneiden zu lassen. Stattdessen lassen sich meist aus den übrig gebliebenen Holzresten entsprechende Teile finden, die zusammen eine Art "Rahmen" ergeben.
TODO: FOTO!!!
Nun werden die Seitenteile des Bodens (hellblau) von unten an das Flugbrett und die beiden grünen Bretter geschraubt.
Danach werden noch die zwei rosa Bretter wie im Bild festgeschraubt. Das Innere sollte mindestens 8mm Abstand vom Flugbrett haben (beespace). Ich lasse meist etwas mehr Abstand und enge bei Bedarf das Flugloch mit einer extra Holzleiste ein bzw. tackere über den Winter ein Mäusegitter davor.
Das Edelstahlgitter wird nun an den Putzkeil-Rahmen getackert und dieser mit den Seitenteilen verschraubt. Anschließend wird das Gitter noch rundherum am Flugbrett und den grünen Brettern rechts und links festgetackert.
TODO: FOTO des fertigen Bodens von mehreren Blickwinkeln aus!!!
Aus dem übriggebliebenen Stück Holz von der hinteren Wand kann ggf. noch der Verschluss für den Putzkeil gebaut werden, ich bin jedoch dazu übergegangen mir zwei passende Sperrholzstücke im Baumarkt zuschneiden zu lassen. Diese werden verleimt, aneinandergetackert (nur leim hält bei Feuchtigkeit nicht) und beidseitig gestrichen. Nach dem Trocknen rechts und links mit Vorreibern fixieren.
Zargen
Es gibt zwei Möglichkeiten, die Zargen zusammenzubauen. Einfacher ist es, die kurzen Seiten vollständig zu verleimen, sodass die breitere Leiste (Griffleiste) oben 17mm überhängt, die schmälere unten bündig mit dem Brett abschließt.
Danach werden mithilfe einer selbst angefertigten Lehre die Löcher für die Schrauben sowohl in die Stirnseiten der Bretter der schmalen Seite gebohrt als auch an den passenden Stellen durch die breiten Bretter. Nun werden die Zargen nur noch zusammengeschraubt. Dieses Verfahren geht relativ schnell, allerdings muss damit gerechnet werden, dass die Zargen, wenn sie aufeinander stehen, kleine Spalten haben oder wackeln -> Gefahr von Räuberei und Luftzug im Winter!
Die schwierigere Methode, die jedoch auch deutlich schönere Ergebnisse erzielt ist, die Bauteile mit noch feuchtem Leim direkt zu verschrauben.
Dabei werden die kurzen Seiten wie bereits vorher verleimt, jedoch werden die Zargen sofort danach verschraubt.
Dabei habe ich ein Brett der breiten Seite auf den Boden gelegt, die schmalen Seiten passend daraufgestellt und anschließend das zweite große Brett passend daraufgelegt.
Anschließend wird die Zarge durch draufsetzen stabilisiert, die Bretter millimetergenau ausgerichtet und sofort gebohrt und verschraubt.
Anschließend wird die Zarge umgedreht und auf der anderen Seite genauso vorgegangen.
Bei dieser Methode entstanden bei mir kaum Spalten und die Zargen wackelten nicht aufeinander.
Sollten Rähmchen mit kurzen Ohren im Einsatz sein, so empfehle ich schmale Leisten (z.B. Stäbe von Feuerwerksraketen) einzukleben, um ein Herunterfallen der Rähmchen zu verhindern.
TODO: Foto der eingeklebten Leisten.
Futterzarge und Deckel
Für Futterzarge und Deckel habe ich entlang der unteren Holzkanten eine Nut gefräst, in die dann die Sperrholzplatten (diese etwas kleiner als im Plan zuschneiden lassen) eingeleimt wurden.
Wer keine Fräse (oder Kreissäge) hat kann die Sperrholzplatten jedoch auch einfach von unten festtackern.
Der von mir gewählte Ansatz hat jedoch den Vorteil, dass die wenig widerstandsfähigen Sperrholzplatten nicht nass werden, dem Stockmeißel nie begegnen und etwas Platz lassen, wenn ein Propolisgitter verwendet wird (dieses klebt sonst gerne an den Sperrholzplatten fest oder zerquetscht Bienen).
In den Deckel habe ich Styrodur-Platten geklebt, um den Wärmehaushalt der Bienen zu unterstützen.
Styropor ist ungeeignet, da sich die Ameisen darin äußerst wohl fühlen und dieses in feinen Mikroplastik-Staub zerlegen, der sich überall verteilt.
Styrodur ist fester und wird nicht so sehr von Ameisen zerlegt.
Die große Holzplatte des Deckels ist bei mir eine OSB-Platte, teilweise überzogen mit Blech, das bei unserer Dachsanierung entsorgt woden wäre. Aber auch so sind OSB-Platten äußerst wetterfest und günstig.
In die Sperrholzplatten der Futterzargen habe ich ein Kreisrundes Loch gesägt, auf dieses stelle ich einen Futtereimer oder eine Futtertasse. Zur Varroabehandlung lassen sich die Futterzargen umdrehen, darunter findet z.B. ein Nassenheider-Verdunster Platz.
Anstrich: Ich empfehle dringend, die Beuten außen mit Lasur oder Lack (z.B. Holzlasur Aqua Nr. 160) zu streichen! Ohne Anstrich ist die Lebensdauer der Beuten sehr beschränkt, mit Anstrich halten meine schon etwa sieben Jahre ohne sichtbare Verwitterung durch. Innen benötigen die Beuten keinen Anstrich.
Links zum Thema:
- Diese Bauanleitung habe ich als Basis verwendet. Dort stehen erklärende Worte zu benötigter Holzqualität u.ä.
- Landesanstalt für Bienenkunde Universität Hohenheim - Einfachbeute (Holzstärke 20mm)
- Eine Bauanleitung mit 18mm Holz






